Alle an Bord zum Plätzchen backen

„Schöne Bescherung“ auf dem Weihnachtsschiff: In diesem Jahr mit Reinickendorfer Kindern auf Spreefahrt mit Weihnachtsbäckerei

Hell erleuchtet liegt das Schiff an der Anlegestelle unterhalb des Märkischen Museums in Mitte. Ein Schlitten ziert den Bug des “Spreediamanten” der Reederei Riedel. Die kleinen Passagiere am Ufer können es kaum erwarten, an Bord zu gehen. “Auf dem Schiff müssen wir uns super benehmen”, erklärt Klassenlehrer Christian Lührig seinen 19 Schützlingen im Alter zwischen acht und neun Jahren. Dabei sind Ermahnungen eigentlich gar nicht nötig: die 3 c aus der Münchhausen Grundschule in Reinickendorf darf bei der diesjährigen Plätzchen-Backfahrt von Berliner helfen e.V. und der Reederei Riedel dabei sein, “weil sie die netteste und beste Klasse ist”, sagt ihr Lehrer Christian Lührig nicht ohne stolz. Aber erlegt auch großen Wert auf das Einhalten von Regeln und handelt konsequent, wenn sich die Schüler nicht an Vereinbarungen halten. “Ich bin gar nicht besonders streng, aber so wissen die Kinder, das ihr Verhalten Folgen hat”; meint der 48-jährige Pädagoge, der 21 Jahre lang an einer Gesamtschule in London gearbeitet hat.

 

Fahrt auf der Spree mit Frühstück

“Mit der Münchhausen Grundschule habe ich es gut getroffen”, meint er, “und mit der tollen Fahrt auf der Spree auch!” Das finden auch die Schüler. Bevor es ans Plätzchenbacken auf den dafür vorbereiteten Tischen im vorderen Teil des Schiffes geht, heißt es erst einmal frühstücken. Die große Tafel ist liebevoll weihnachtlich geschmückt und gedeckt mit frischen Brötchen, Aufschnitt, Obst und kleinen Schokoladen-Figuren. Zu trinken gibt es heißen Fruchtpunsch und Kakao. Die Kinder greifen begei­stert zu, auch Referendarin Patrycja Ptak freut sich über das Bord-Frühstück. “So schön hatte ich mir das gar nicht vorgestellt”, meint die 28-jährige angehende Lehrerin für Mathematik, Musik und Deutsch.

Teig kommt vorbereitet an Bord

Die Spreefahrt auf dem Weihnachtsschiff wird jedes Jahr gesponsort von der Reederei Riedel, organisiert von Berliner-helfen-Vereinsmitglied Martina Freise, in diesem Jahr unterstützt durch ihren Sohn Moritz und den ehrenamtlichen “Engel” Christine Rittsche. “In diesem Jahr sind wir mit dem Teig ein bisschen knapp, ich hab’ nochmal nachbestellt. Darauf müssen wir noch warten”, lacht Martina Freise. Als der frisch zubereitete Plätzchen-Teig eintrifft, gibt sie das Signal zum Ablegen. Nicht nur die Kinder staunen, was es links und rechts am Ufer der Spree Richtung Oberbaumbrücke zu sehen gibt. “Toll, so eine Fahrt habe ich noch nicht gemacht”, freut sich Klassenlehrer Christin Lührig beim Blick aus den großen Fenstern. Seine Schüler haben mittlerweile nur noch Augen für ihre Backwerke. Eifrig wird der Teig ausgerollt, sorgfältig ein Förmchen gewählt und ausgestochen. Ist ein Blech belegt, kommt es sofort in den großen Gastronomie-Ofen in der Kombüse, natürlich gekennzeichnet, damit jeder kleine Bäcker nach kurzer Backzeit auch sein Werk zurückbekommt. Dann beginnt der Hauptspaß: das Verzieren. Wie jedes Jahr zur Plätzchenbackfahrt hat Martina Freise die Zutaten-Regale leergekauft: Glitzerperlen, Zuckersternchen, Lebensmittelfarben, Zuckerguss – die Verzierungsmöglichkeiten für die Plätzchen sind grenzenlos. Selbst ein paar angebrannte Exemplare konnten so noch optisch gerettet werden.

Alle hatten viel Spaß

Und während der Plätzchenduft durchs Schiff zieht, geht die Fahrt – begleitet von Weihnachtsliedern – weiter in Richtung Kanzleramt und der Schleuse. Zur Mittagszeit legt der “Spreediamant” wieder unterhalb des Märkischen Museums an. Die Schüler haben Blech- und Plastikdosen mitgebracht, um ihre kleinen Back-Kunstwerke sicher nach Hause zu transportieren. Ein paar Tage später meldet sich Klassenlehrer Christian Lührig am Telefon: “Nochmals herzlichen Dank. Wir hatten so viel Spaß auf dem Schiff. Die Kinder haben gesagt, dass war der beste Schulausflug den sie je gemacht haben!”